Backwardation eine negativ steigende Preiskurve bei Warenpreistermingeschäften. Bei einem Markt in Backwardation liegt der heutige Spotpreis über den Terminpreisen. Backwardation kann ein Ausdruck der Markterwartungen anfallende Marktpreise sein oder eine positive convenience yield (Preis für die frühere Verfügbarkeit) ausdrücken.

Basiskonvergenz grundlegende Annäherung von Spot- und Terminpreisen. Da sich der Terminpreis aus einer Spot- und Terminkomponente zusammensetzt, die über die Laufzeit an Wert verliert, nähern sich die Preise mit abnehmender Zeitdifferenz an.

Basisrisiko: das Risiko, dass sich das zu sichernde Grundgeschäft und das Derivat wertmäßig nicht vollständig ausgleichen, weil sich die Basis der Geschäfte unterscheidet. Im Rohstoffbereich liegt eine solche unterschiedliche Entwicklung häufig an verschiedenen Qualitäten, Erfüllungsorten oder Lieferbedingungen (Incoterms).

Cash Settlement („Barausgleich“) die Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen über monetären Ausgleich (Nettozahlung in Höhe der Differenz zwischen Kontraktpreis und Marktpreis) anstatt der Lieferung von Rohstoffen oder Energie. Dies kann zum Beispiel zum Verwerfen der Own Use Exemption führen.

CO₂-Registerkonto Konto, reguliert durch die DEHSt, auf dem alle CO₂-Zertifikate gehalten werden. Ohne ein solches Konto ist der Handel mit Emissionszertifikaten nicht möglich. Eingang erfolgt durch kostenlose Zuteilung durch den Staat und Kauf. Ausgang erfolgt durch Rückgabe an die EU und Verkauf. Sollten bestimmte administrative Tätigkeiten nicht rechtzeitig oder falsch getätigt werden, wird das Konto von der DEHSt gesperrt. Für jedes zu wenig abgegebene Zertifikat fällt zusätzlich zur Zertifikatschuld noch eine Strafe von 100 Euro pro Zertifikat an.

Collar („Bandbreite“) Abschließen einer Call- und Put-Option auf einen gewissen Basiswert (Rohstoff), um sich somit gegen mögliche Preisschwankungen abzusichern. Zero-Cost-Collar bezeichnen Optionsstrukturen, die prämienneutral (d.h. die Prämie der gekauften Option entspricht jener der verkauften Option, jedoch inklusive der Bankmarge) dargestellt werden. Je länger die Optionslaufzeiten sind, desto höher sind ceteris paribus auch die Optionsprämien.

Collateral Steuerung des → Gegenparteirisikos bei Derivatetransaktionen durch Besicherung der Marktwerte durch üblicherweise Stellen von Barmitteln. Der Standard ist eine beidseitige Verpflichtung zur Besicherung, d.h. beide Parteien sind verpflichtet, der Gegenpartei Barsicherheiten zu stellen. Die Ausgestaltung der Besicherung kann zwischen den Gegenparteien individuell vereinbart und dokumentiert werden, bspw. hinsichtlich Häufigkeit der Neuberechnung (täglich, wöchentlich, etc.). Die Besicherung kann auch über Wertpapiere erfolgen und es besteht die Möglichkeit, dass nur eine der Gegenparteien zur Leistung einer Besicherung verpflichtet ist.

Commodity Underlyings unterteilt exemplarisch in Ölwerte, Gaswerte, Energiewerte, CO₂-Zertifikat, unedle Metalle, Edelmetalle und Stahlprodukte.

  • Ölwerte: ICE Brent, Diesel, Heizöl, Benzin, Gasöl, Kerosin, Naphtha und Premium Bleifrei
  • Gaswerte: TTF (niederländisch), THE (deutsch), PSV (italienisch), VTP (österreichisch), NBP (britisch) und Henry Hub (amerikanisch)
  • Energiewerte: PHELIX (deutsch), PUN (italienisch), POWERNEXT (französisch) und
    SWISSIX (schweizerisch)
  • CO₂-Zertifikat: European Allowances (EUA) Spot/Forward/Cash Settled Options
  • Unedle Metalle: Aluminium, Aluminium Premium, Kobalt, Kupfer, Blei, Molybdän,
    Nickel, Zinn, Zink
  • Edelmetalle: Gold, Silber, Palladium, Platin
  • Stahlprodukte: Eisenerz, Kokskohle, warmgewalzte Spulen, LME-Schrott, LME-Betonstahl

Commodity-Pool vergleichbar mit Investment Fonds (auch als ETF vorzufinden). Anstelle von Aktienwerten wird jedoch in Rohstoffe, Rohstoffderivate oder rohstoffherstellende Unternehmen investiert. Der Anleger profitiert zum einen an dem professionellen Management des Commodity-Pools, das Zugang zu exklusiveren Trades ermöglicht. Zum anderen ermöglicht es das gesammelte Vermögen vieler Investoren eine höhere Diversifikation und Hebelwirkung zu erzielen. Zuletzt ist das Risiko dieser Anlage auf das in den Commodity-Pool investierte Vermögen limitiert und dadurch leicht überschaubar.

Commodity-Swaps (fixed-floating, commodity-for-interest) Der fixed-floating Swap besteht aus einer fixen und einer variablen Komponente. Dem variablen Teil liegt der Marktpreis eines Underlyings oder ein vereinbarter Rohstoffindex zugrunde, während der fixe Teil im Vertrag spezifiziert wird.

Normalerweise empfängt der Rohstoffhersteller/-lieferant die fixen Zahlungen, um sich gegen eventuelle Marktvolatilitäten abzusichern und zahlt einen variablen Betrag. Dadurch sichert sich der Rohstoffeinkäufer einen fixen (Bezugs-)Preis über eine bestimmte Zeitperiode, während der Rohstoffhersteller/-lieferant sich gegenüber möglichen Preisschwankungen abgesichert hat. Beim commodity-for-interest Swap zahlt einer der Vertragspartner einen Zins auf den Marktpreis eines Underlyings und der andere entweder einen vereinbarten fixen oder variablen Zins. Man benötigt sowohl einen fiktiven Geldbetrag, auf dem die Zinszahlungen basieren, als auch eine feste Laufzeit und Zahlungsabstände. Mithilfe dieses Zinsswaps sichert sich der Rohstoffhersteller/-lieferant im Falle einer Marktpreissenkung eine Absicherung gegen eine ungünstige Rendite.