Contango eine positiv steigende Preiskurve bei Warenpreistermingeschäften. Bei einem Markt in Contango liegt der heutige Spotpreis unterhalb der Terminpreise, was bei vielen Commodities die normale Preissituation darstellt. Hierdurch ergeben sich im Rohstoffhandel Arbitragemöglichkeiten durch zeitversetzte Ein- und Verkäufe. Dieser Terminaufschlag lässt sich auch durch die typischen Lager- und Versicherungskosten erklären, die für die zwischenzeitlich notwendige Einlagerung zwangsläufig entstehen.

European Allowances (EUA) auch Emissionszertifikat oder Emissionsberechtigung genannt. Jedes Zertifikat berechtigt zur Emission einer Tonne CO₂ oder einem CO₂-Äquivalent in einem bestimmten Zeitraum. Der Erhalt erfolgt durch kostenlos verteilte Zertifikate durch den Staat, Mehrbedarf muss allerdings über den Markt erworben werden.

Forward-Geschäft Termingeschäft mit individuell ausgehandelten Vertragsbedingungen, bei dem zu einem am Abschlusstag festgelegtem Kurs die Lieferung und Bezahlung eines Wertpapiers oder einer Ware zu einem späteren Termin festgelegt wird. Forward-Geschäfte werden außerbörslich abgeschlossen. Die häufigsten Forward-Geschäfte sind das Forward Rate Agreement (FRA) und das Devisentermingeschäft.

Gegenparteirisiko Dieses Risiko bezeichnet den Verlust, den eine Partei im Falle einer Zahlungsunfähigkeit des Geschäftspartners erleiden würde. Insbesondere die Insolvenz von Lehman Brothers zu Zeiten der Finanzmarktkrise hat vor Augen geführt, welches hohe Risiko bei Kontrahenten bestehen kann. → Collateral, die Besicherung von Derivateverträgen, kann hier Abhilfe verschaffen.

Glattstellung ein allgemeiner Terminus zur Bezeichnung des Vorgangs des Schließens offener Positionen in Anlage- oder Handelsportfolien durch den Abschluss einer gegenläufigen Position. Eine Glattstellung führt zu einem Barausgleich.

Kerb Handel zwischen Ringmitglieder im Ring oder im Börsensaal (öffentlich), jedoch außerhalb der regulären Sitzungszeiten.

Limitwesen das Festsetzen von finanziellen Grenzen im Handel, um finanzielle Verluste zu minimieren. Dabei wird im Allgemeinen unterschieden zwischen:

 

  • Mengenlimit: Innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls ist die zulässige offene Menge (z.B. in MT, kg, Barrel, Bushel, MWh, etc.) durch eine Ober- und Untergrenze festgelegt.
  • Wertlimit/P&L-Limit: Ober- oder Untergrenze, ab der eine offene Position geschlossen werden muss.
  • Statisches Limit: Das Limit wird im Vorhinein festgelegt und verändert sich nicht in Abhängigkeit der Größe der offenen Position, des Marktpreises oder anderer Parameter.
  • Dynamisches Limit: Das Limit wird als prozentualer Wert in Abhängigkeit von einer weiteren Risikogröße dargestellt.

Long/Short der Kauf/Verkauf einer Call- oder Put-Option, wodurch man die Optionsprämie zahlt/erhält.

Margin (Initial, Variation) das im Vorhinein oder während der Kontraktlaufzeit zu stellende Kapital, um ein Finanzinstrument (Future) an der Börse handeln zu können. Sie dient als Sicherheit im Fall einer sich nachteilig entwickelnden Position. Die Initial Margin dient zur Abdeckung eines möglichen Wertverlustes im Zeitraum zwischen zwei Margin Calls (i.d.R. Tagesverlust). Die Variation Margin deckt die eingetretene Wertänderung ab. Häufig fallen Margins erst ab Überschreiten eines bestimmten Kreditlimits an, auch genannt Maintenance Margin.

Margin Call die Anforderung der Börse oder des Brokers, im Rahmen des Variation-Margining eine Nachzahlung von Kapital zu leisten, um die Position mit aus eigener Sicht negativer Marktwertentwicklung aufrechtzuerhalten. Die Nachzahlung muss meist innerhalb kürzester Zeit geleistet werden, sonst erfolgt eine Auflösung der Position.