Neu für dieses Jahr - ÄNDERUNGEN IM DEUTSCHEN ZAHLUNGSVERKEHR

Alle Jahre wieder: Im November 2018 stehen Änderungen im Zahlungsverkehr an. Am 18. November 2018 tritt die neue Version 3.2 der Anlage 3 des DFÜ-Abkommens in Kraft (siehe www.EBICS.de)

Die Anlage 3 des DFÜ-Abkommens enthält die Spezifikation der Datenformate für die Kunde-Bank-Beziehung in Deutschland. Insbesondere sind dies die Formate, die in den Bereichen Zahlungsverkehr (SEPA, DTAZV und Eilzahlungen), Abholung von Kontoauszugsinformationen (MT940/942, camt05x) und Informationen im Wertpapiergeschäft sowie Dokumentengeschäft (Akkreditive und Garantien) zur Anwendung kommen. Und auch dieses Jahr gibt es einige Änderungen, auf die wir unsere Mitglieder hinweisen wollen. Unter anderem ein neues (optionales) Kapitel für die Bankentgeltnachricht (BSB).

Daneben gibt es die Einführung von instant Payments zu beachten. Seit November 2017 können diese neuen schnellen Zahlungen nach dem Scheme SCTinst des EPC benutzt werden, aber nur bei den Banken, die sich dieser Option angeschlossen haben. Zuerst war dies nur die HVB, nun sind es schon einige Banken mehr, viele Sparkassen sind dazugekommen. Weitere werden zum Ende des Jahres folgen. Ob dabei die Einführung eines Zusatzentgeltes hilfreiche sein wird, wenn diese Zahlungen mal die SCT-Zahlungen als „new normal“ ablösen sollen, kann man bezweifeln. Wir empfehlen unseren Mitgliedern sich mit den Möglichkeiten und Auswirkungen auseinander zu setzen. Mindestens mal im Zahlungseingang – neue GVC sind schon aktiviert – kann dies die Kontoauszugsverarbeitung beeinflussen.

In der Anlage 3 zum DFÜ-Abkommen sind die Formate beschrieben, die in der KUNDE-Bank-Schnittstelle nach DK-Standard verwendet werden. Der Transport über EBICS ist (noch) über Auftragsarten organisiert. Einige ältere Auftragsarten werden abgeschaltet bzw. institutsspezifische durch allgemeine ersetzt. Dazu einige Beispiele: DTI, DTE werden abgeschaltet, XAZ wird durch BKA abgelöst (hier geht es um einen elektronischen Kontoauszug im PDF-Format) und ggf. auch mehr. Desgleichen können Altformate wie z.B. pain.001.002.03 oder pain.008.002.02 abgeschaltet (diese Formate wurden 2010 eingeführt und später durch neuere Versionen ersetzt). Hierzu bitte unbedingt die verwendeten Hausbanken abfragen. Die gute Nachricht: an den eigentlichen ZV-Nachrichten wird nicht geändert; es gibt aber Details beim PSR (payment status report = pain.002) und den folgenden zusätzlichen Nachrichten.


1. Elektronischer Rückruf (camt.055/camt.029)

Nachdem der elektronische Rückruf camt.055 und die Rückantwort an den Kunden mit dem camt.029 seit November 2017 offiziell im DK (als Option) eingeführt sind, werden zum 18. November 2018 folgende Anpassungen geplant:

  • Für SEPA-Überweisungsrückrufe wird die Datenhaltung von 10 Tagen auf 13 Monate erhöht.
  • Der Recall beauftragt durch den Kunden wird in SCT neu mit dem Grund „CUST“ initiiert, welcher als Standard genutzt wird. Folgende weitere neue Rückruf-Gründe gibt es:
  • AC03 – Falsche IBAN des Empfängers (Reason/Proprietary)
  • AM09 – Falscher Betrag (Reason/Proprietary)
  • Die bestehenden Rückruf-Gründe TECH und DUPL für SCT werden von der Bank konvertiert in CUST.
  • Für SDD können CUST, TECH und DUPL wie bisher verwendet werden.
  • Wenn die Rückgabe der Zahlung (SCT) mit Rückrufgrund AC03 vom Zahlungsempfänger verweigert wird, ist die Bank des Zahlungsempfängers zukünftig ermächtigt, im camt.029 in dem Feld „CancellationStatusReasonInformation/ AdditionalInformation“ die Adresse des Zahlungsempfängers weiterzugeben .

2. Einführung der Entgeltnachricht für Bankendienstleistungen (camt.086)

Mit der neuen Anlage 3 zum DFÜ-Abkommen wird ein neues Kapitel eingefügt. Hier wird die Entgeltnachricht für Bankendienstleistungen (bekannt als TWIST BSB, aber im abgestimmten ISO-Format) als DK-konforme xsd-Version eingeführt. Es wird also die camt.086, konkret die camt.086.001.02, eingeführt, an dessen Erarbeitung der VDT mitgewirkt hat.

3. Elektronischer Kontoauszug im pdf-Format (BKA)

Einige Banken bieten einen elektronischen PDF Kontoauszug an. Hierzu wurde die Auftragsart vereinheitlicht. Die bisherigen institutsindividuellen Auftragsarten XXX werden durch die EBICS-Auftragsart BKA zum 18. November 2018 abgelöst.

Kontoauszüge im pdf-Format werden via BKA in einem zip-Container bereitgestellt. Die Namenskonvention für pdf-Dateien ist am camt-Kontoauszug orientiert, wobei empfohlen wird, in der sechsstelligen ID die Papierauszugsnummer zu verwenden. Somit ist ein Muster für einen Dateinamen bei einem Konto mit IBAN: 2018-01-08_BKA_DE87200500001234567890_EUR_000021.pdf

4. Neue Geschäftsvorfallcodes für Instant Payments

Da seit Juli 2018 auch die Sparkassen Instant Payments anbieten, kommen vereinzelt auch in elektronischen Kontoauszügen diese Geschäftsvorfälle vor. Hierzu wurden für den November 2018 die folgenden GVC`s bereitgestellt:

118 - SEPA Credit Transfer Instant (Einzelbuchung-Soll)
160 +/- SEPA Credit Transfer Instant Rückbuchung (resultierend aus unanbringlicher Überweisung oder Rückruf)
168 + SEPA Credit Transfer Instant Überweisungseingang 188 - SEPA Credit Transfer Instant (Sammler-Soll)
189 + SEPA Credit Transfer Instant (Sammler-Haben)

Vereinzelt werden diese GVC bereits heute von den Banken in den elektronischen Kontoauszügen benutzt.


Alle Anpassungen können Sie den Beschreibungen auf der Webseite (www.EBICS.de) der Deutschen Kreditwirtschaft entnehmen, die konkreten Details sind durch Änderungsmarkierungen (Änderungen gegenüber der Version 3.1) gekennzeichnet.

Bitte sprechen Sie mit Ihrer(n) Bank(en), da die einzelnen und detaillierten Umsetzungen unterschiedlich gehandhabt werden.

Am Horizont zeichnen sich weitere Änderungen in den Folgejahren ab: die SWIFT-gpi-Standards werden wohl in 2019 danach in die Kunde-Bank-Schnittstelle Einzug halten und für Instant Payments wird eine Auftragsart CIP (wohl ab November 2019 allgemein verfügbar) definiert. Darüber hinaus wird der Transport in EBICS vom jetzigen Verfahren nach Version 2.5 für Deutschland auf die Version 3.0 gehoben, die dann einheitlich für Frankreich, Schweiz und Deutschland gilt. Nach dem Release ist vor dem Release…

Gemeinsamer Austausch zu ZAG Merkblatt / Konzernprivileg am 19.01.18

 

Wie avisiert, fand der Termin mit Vertretern der Abteilung Erlaubnispflicht und Verfolgung unerlaubter Geschäfte (EVG) der BaFin am 19.01.18 statt. Ziel dieses Termins war es, die Position der BaFin und die Interessen der Verbandsmitglieder darzulegen und zu erörtern. Nach Austausch von Grundsatzthemen und Schaffen des gemeinsamen Verständnisses, wurde folgendes Vorgehen vereinbart:

- Der VDT wird – auf Wunsch der BaFin – versuchen, den Austausch zwischen interessierten Verbänden und der BaFin zu koordinieren.

- VDT – Teilnehmer werden der BaFin repräsentative Payment-Factory Modelle aufzeigen (einschließlich des Modells des Routings über Corporate-Swift).

- Der Dialog zwischen dem VDT und der BaFin wird zeitnah fortgeführt, spätestens Mitte April, (abhängig von der Verfügbarkeit der unter Punkt 2 genannten Modelle).

 

Für die Übergangszeit erhielt der VDT folgendes „Commitment“ der BaFin:

„Solange das BaFin und der VDT/Verbände im konstruktiven Austausch sind und gemeinsam an Lösungsansätzen arbeiten, wird die BaFin wegen des ZAG-Merkblattes vom 29.11.17 nicht gegen Unternehmen einschreiten.“ – Sie macht jedoch deutlich, dass der Tatbestand zur Erlaubnispflicht gegebenenfalls bei den Unternehmen vorhanden ist.

 

Folgende Erkenntnisse haben wir aus dem Gespräch mitgenommen:

1. Die jetzige Kommentierung zum Konzernprivileg (Merkblatt vom 29.11.2017) spiegelt nach Auskunft der BaFin die bisher übliche Verwaltungspraxis wider. Das überrascht die Unternehmen insofern, als diese Praxis jedenfalls nicht allen „Corporates“ bekannt war.

2. Als Faustregel gilt: Die Zulassung als Zahlungsdienstleister ist erforderlich, wenn eine Kontovollmacht oder Verfügungsbefugnis über das auftraggebende Konto besteht. Dieses vor dem Hintergrund, dass Einfluss auf den Zahlungsverkehr genommen werden kann.

3. BaFin-Veranstaltungen werden im Internet veröffentlicht und sind für jedermann zugänglich (z.B. Info-Veranstaltung vom 05.12.17 zum ZAG).

Der Dialog war äußerst konstruktiv und wird mit der BaFin fortgeführt, um eine sachgerechte und rechtskonforme Lösung zu erreichen.

 

Wir halten Sie auf dem Laufenden!