EU-Kommission veröffentlicht Guidance zur Money Market Funds Regulation (MMFR)
Die Europäische Kommission hat neue Leitlinien zur Auslegung der Money Market Funds Regulation (MMFR) sowie einen begleitenden Evaluierungsbericht zur Angemessenheit des bestehenden Regulierungsrahmens veröffentlicht.
Die Kommission kommt dabei zu dem Ergebnis, dass sich der regulatorische Rahmen für Geldmarktfonds grundsätzlich bewährt hat. Eine generelle Anhebung der gesetzlichen Liquiditätsanforderungen ist daher derzeit nicht vorgesehen. Gleichzeitig stellt die Guidance klar, dass die bestehenden regulatorischen Liquiditätsquoten lediglich Mindestanforderungen darstellen und Fondsmanager zusätzliche Liquiditätspuffer unter Berücksichtigung von Stressszenarien, Anlegerstruktur und Risikoprofil vorhalten sollen.
Als sogenannte „Resilience Levels“ nennt die EU-Kommission künftig 40 % Weekly Liquid Assets (WLA) für Stable NAV Money Market Funds sowie 20 % für VNAV-Fonds. Diese Werte stellen keine verbindlichen gesetzlichen Mindestquoten dar, sollen jedoch als Aufsichts- und Risikomanagement-Benchmark dienen.
Darüber hinaus präzisiert die Guidance den Umgang mit Liquiditätsengpässen und Schwellenwertverletzungen. Insbesondere wird klargestellt, dass ein Unterschreiten regulatorischer Liquiditätsgrenzen nicht automatisch zur Einführung von Redemption Gates oder Gebühren führen muss.
Die Entwicklungen sind insbesondere für Corporate Treasurer relevant, die Geldmarktfonds zur kurzfristigen Liquiditätsanlage und Steuerung operativer Liquidität einsetzen. Marktteilnehmer erwarten, dass Fondsanbieter künftig tendenziell konservativere Liquiditätsstrategien verfolgen werden.
Die vollständigen Veröffentlichungen der Europäischen Kommission sind online verfügbar:

