Digitaler Euro: VDT engagiert sich in Arbeitsgruppe der EZB und im Workstream „Risk Matters“
Ergänzend zu den zuletzt berichteten Fortschritten zum geplanten Pilot des digitalen Euro engagiert sich der VDT sowohl in der Rulebook Development Group (RDG) der Europäischen Zentralbank als auch in einem zentralen inhaltlichen Workstream.
Rolle des VDT in der Rulebook Development Group (RDG)
Die Rulebook Development Group (RDG) ist das zentrale Gremium des Eurosystems zur Erarbeitung des künftigen Regelwerks für den digitalen Euro. Ziel ist es, ein einheitliches Rulebook zu entwickeln, das – vergleichbar mit bestehenden Zahlungsschemes – Standards, Rollen, Verantwortlichkeiten sowie Mindestanforderungen für alle beteiligten Marktakteure festlegt.
Der VDT ist Mitglied der RDG und bringt dort die Perspektive der Corporate Treasurer in die übergreifenden Diskussionen ein. Damit wird sichergestellt, dass Anforderungen und Auswirkungen auf Unternehmen frühzeitig berücksichtigt werden.
Für den VDT wirken derzeit Regina Deisemann und Florian Buksmann mit und vertreten dort gezielt die Corporate-Treasury-Perspektive.
Mitarbeit im Workstream D1 „Risk Matters“
Zusätzlich zur Mitarbeit in der RDG ist der VDT aktiv im Workstream D1 „Risk Matters“ eingebunden. Dieser Workstream ist Teil der RDG und befasst sich ausschließlich mit Fragen der Risiken, Governance und Resilienz des digitalen Euro. Konkret verantwortet der Workstream die Ausarbeitung der Risk-Management-Anforderungen (Annex E1 des Rulebooks).
Der Workstream arbeitet seit dem Jahreswechsel in thematischen Sprints und orientiert sich eng an bestehenden Marktpraktiken (z. B. Karten-Schemes), regulatorischen Vorgaben wie PSD und DORA sowie an realistischen Nutzungsszenarien.
Zu den inhaltlichen Schwerpunkten zählen unter anderem:
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Fraud Risk (Betrug, Social Engineering, Fraud Monitoring und Eskalationsmechanismen),
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Operational Risk (Business Continuity, Cyber- und ICT-Resilienz),
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Risiken bei unterschiedlichen Zahlungsinstrumenten (Karte, Mobile, Browser),
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Financial Crime und Privacy (AML/CFT, Datenschutz, Offline-Zahlungen),
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sowie Governance-, Reporting– und Eskalationsprozesse entlang der Payment-Kette.
Auch wenn der digitale Euro primär auf den Retail-Zahlungsverkehr ausgerichtet ist, haben diese Regelungen mittel- bis langfristig erhebliche Bedeutung für Corporate Treasurer, etwa mit Blick auf Zahlungsstandards, Risk Management, Governance-Anforderungen und Systemintegration.
Impulse aus dem Bundesbank Spotlight
Zusätzliche inhaltliche Impulse ergaben sich aus dem Bundesbank Spotlight zum digitalen Euro, an dem ebenfalls Regina Deisemann und Florian Buksmann für den VDT teilnahmen. In dem Austausch wurde erneut betont, dass der digitale Euro als digitaler Zwilling des Bargelds konzipiert ist und dieses ergänzen, nicht ersetzen soll.
Hervorgehoben wurde insbesondere die Stärkung der europäischen Souveränität und Resilienz im Zahlungsverkehr, gerade vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Entwicklungen. Neben der Resilienz wurde der Datenschutz als zentrales Kernelement des digitalen Euro herausgestellt, das maßgeblich zur Vertrauensbildung bei Verbraucherinnen und Verbrauchern beiträgt.
Aus Sicht der Banken wurde zudem unterstrichen, dass sich der digitale Euro nahtlos in bestehende Zahlungsverkehrsstrukturen integrieren lassen muss. Gleichzeitig wurde die Frage adressiert, wie es gelingen kann, die Menschen zu erreichen und bestehenden Versorgungslücken im Zahlungsverkehr entgegenzuwirken.
Aktueller Stand und personelle Veränderungen im Workstream
Im Rahmen des 27. RDG-Meetings, das in diesem Jahr virtuell stattfand, wurden unter anderem der Pilot für den digitalen Euro sowie erste Konzepte zur Offline-Funktionalität vorgestellt. Darüber hinaus wurde ausführlich über den Fortschritt der Arbeiten im Bereich Risk Management berichtet, in dem der VDT aktiv mitwirkt. Die Diskussionen waren dabei spürbar von den internationalen Debatten der vergangenen Wochen geprägt, unter anderem im Umfeld des Weltwirtschaftsforums in Davos.
Aufgrund eines Arbeitgeberwechsels ist Dr. Meltem Develioglu aus ihrer Rolle im Workstream D1 ausgeschieden. Die Rolle der Corporate-Vertretung wird derzeit neu vergeben. Eine Nachfolge ist bereits identifiziert, zugleich ist der VDT offen für weitere Interessensbekundungen aus dem Kreis der Mitglieder.
Mitglieder, die sich aus Unternehmenssicht intensiver mit Zahlungsverkehrs-, Risiko- und Governance-Fragen im Zusammenhang mit dem digitalen Euro befassen möchten, können sich gerne beim VDT melden, um weitere Informationen zur Rolle und zum zeitlichen Aufwand zu erhalten.
Der VDT wird seine Mitglieder weiterhin über den Fortschritt der Arbeiten informieren und sich aktiv in die europäische Ausgestaltung des digitalen Euro einbringen.

