Cyberrisiken durch KI: Unternehmen müssen ihre digitale Resilienz stärken

Die Europäische Zentralbank warnt Banken vor neuen Cybergefahren durch leistungsfähige KI-Modelle. Die zugrunde liegenden Risiken betreffen jedoch nicht nur den Finanzsektor: Auch Unternehmen stehen unter Druck, Schwachstellen schneller zu erkennen und ihre IT-Sicherheit konsequent auszubauen.

 

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht angesichts des Einsatzes immer leistungsfähigerer KI-Modelle steigende Cyberrisiken für die von ihr beaufsichtigten Großbanken. „Neuartige KI-Modelle können Softwareschwachstellen aufspüren und diese in einer noch nie da gewesenen Geschwindigkeit ausnutzen“, schrieb Claudia Buch, Vorsitzende der EZB-Bankenaufsicht, in einem auf den gestrigen Dienstag datierten Brief an die CEOs der größten europäischen Geldhäuser. „Angesichts der verschärften Bedrohungslage stellen bisher nicht behobene Schwachstellen ein signifikantes Risiko für die operationale Resilienz dar“, betonte Buch weiter.

Die betroffenen Banken werden in dem Brief aufgefordert, bis Ende Oktober dieses Jahres konkrete Aktionspläne zur Verbesserung ihrer IT-Sicherheit bei der EZB vorzulegen und identifizierte Schwachstellen zeitnah zu beseitigen.

 

Relevanz weit über den Bankensektor hinaus

Auch wenn sich die aktuelle Aufforderung der EZB an Banken richtet, betreffen die zugrunde liegenden Herausforderungen Unternehmen aller Branchen. Mit der rasanten Entwicklung künstlicher Intelligenz verändern sich die Möglichkeiten von Cyberkriminellen grundlegend. Leistungsfähigere KI-Modelle können Schwachstellen automatisiert erkennen, Angriffe beschleunigen und die Komplexität von Cyberbedrohungen erhöhen.

Spätestens seit der Vorstellung des neuen KI-Modells „Mythos“ durch den US-Konzern Anthropic im April dieses Jahres wird die Diskussion über die sicherheitsrelevanten Auswirkungen moderner KI-Systeme intensiv geführt. Denn Mythos kann Sicherheitslücken in IT-Systemen in einem bislang ungekannten Ausmaß finden und ausnutzen. Die Fähigkeit solcher Modelle, Sicherheitslücken in IT-Systemen deutlich effizienter zu identifizieren, zeigt den wachsenden Handlungsbedarf für Unternehmen auf.

 

Handlungsbedarf für Treasury und Risikomanagement

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Widerstandsfähigkeit von Informations- und Kommunikationstechnologiesystemen weiter an Bedeutung. Unternehmen sollten ihre Cyberrisiken regelmäßig bewerten, bestehende Schwachstellen konsequent beheben und Notfall- sowie Krisenpläne aktualisieren.

Insbesondere das Treasury steht in der Verantwortung, sich auf potenzielle Betrugs- und Cyberangriffe vorzubereiten. Der Verband Deutscher Treasurer e. V. (VDT) greift diese Herausforderungen in seinem Seminar „Treasury-Notfallplan: Schützen Sie Ihr Unternehmen vor Fraud & Cyberangriffen – bevor es zu spät ist“ auf. Die Teilnehmenden erarbeiten dabei praxisnahe Konzepte für Prävention, Krisenmanagement und Notfallmaßnahmen. Weitere Informationen zu Inhalten und Teilnahmegebühren finden Interessierte hier auf der Website des VDT.